2015

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Ismar Poric (26)

Haupt- und Förderpreis

Ismar Poric (26), Srebenica/Bosnien, leitet das „Haus der guten Töne“, eine Musikschule in der Stadt Srebenica/Bosnien, die 1995 durch den Völkermord traurige Berühmtheit erlangt hat.

 

Dank Ismar Porics guter musischer und organisatorischer Qualifikation und durch seinen großen persönlichen Einsatz kann der Stadt Srebrenica mit der Gründung der Musikschule jedoch eine neue Perspektive eröffnet werden. Musikunterricht kannten die Kinder dort bisher nicht, sie hatten auch nie die Erfahrung gemacht, dass man trotz gemischter Ethnien gemeinsam ein Ziel mit viel Spaß und Freude verfolgen kann.

 

Mittlerweile reicht der Erfolg der Musikschule weit über die Grenzen Bosniens hinaus. Große Auftritte gab es in der Schweiz und Österreich, zum Beispiel anlässlich des Europa Nostra Kongresses 2014 in Wien, wo die Kinder sogar Plácido Domingo mit ihrem Können und Charme begeisterten. Derzeit besuchen 120 Kinder aus verschiedenen Volksgruppen die Schule. 2014, als ein schreckliches Hochwasser Bosnien, Serbien und Kroatien trifft, setzt Ismar Poric auch seine Fähigkeiten als Komponist ein um zu helfen.

 

Der von ihm gegründete Chor „Superar“ (Überwinden) nimmt eine CD mit seinen Liedern auf, und der Erlös wird für den Wiederaufbau anderer Musikschulen, die von der Flut betroffen sind, gespendet. „Dies ist das erste Mal, dass Hilfe aus und nicht nach Srebrenica kommt“, so die Vorschlagende Doraja Eberle. Dank Ismar Poric und der von ihm geleiteten Musikschule gelingt es, eine Basis für das multikulturelle Miteinander einer neuen Generation zu schaffen.

http://suisse.superar.eu/superar-bosnien/

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Kosovare Selimi (28)

Hauptpreis

Kosovare Selimi (28), Duisburg, engagiert sich seit 2009 bei SOLWODI Deutschland (SOLidarity with WOmen in DIstress – Solidarität mit Frauen in Not), einer 1987 von Sr. Dr. Lea Ackermann gegründeten Organisation.

 

Inzwischen gibt es 18 Beratungsstellen, eine Kontaktstelle und sieben Schutzwohnungen für ausländische Frauen und Mädchen, die hier in Not geraten sind. Sie sind Opfer von Menschenhandel, Zwangsprostitution und Beziehungsgewalt, von Zwangsheirat Bedrohte oder aus Zwangsehen geflohene Migrantinnen mit aufenthaltsrechtlichen Problemen bzw. Integrationsschwierigkeiten.

 

Sr. Lea beschreibt Kosovare als eine außergewöhnliche junge Frau, die beispielhaft Solidarität mit Frauen und Kindern in Not lebt. Ihr Einsatz komme uneingeschränkt den in Not geratenen Frauen und Kindern zu. Sie vermittele durch ihre freundliche Offenheit neuen Lebensmut. Ihre positive Haltung sei motivierend und ansteckend. Aber Kosovare greift auch ganz praktisch zu Putzeimer und Farbpinsel, wenn es darum geht, die Räume einer Schutzwohnung gastlich vorzubereiten. Mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen kümmert sie sich um die Bewohnerinnen, gibt den Frauen, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe und Religion Orientierung und begleitet mit Herz und Seele deren Entwicklung. Auch bei alltäglichen Gegebenheiten interessiert sie sich für das Wohlergehen der Frauen und Mädchen, fragt nach, tauscht sich mit den Mitarbeiterinnen aus und sucht Lösungen.

 

Damit ist sie laut Sr. Lea bereits für viele Frauen zum „Engel“ geworden.

www.solwodi.de

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Marisa Schroth (25)

Hauptpreis

Marisa Schroth (25), Wolfschlugen bei Stuttgart, wurde von Rocco Unbescheidt, einem der Gründer von „Govinda e.V.“ und ersten Preisträger von Filippas Engel für den Preis vorgeschlagen.

 

Govinda Entwicklungshilfe e. V. wurde 1998 von fünf Krankenpfleger/-Innen in Aalen gegründet, vier Jahre später entstand ein Partnerverein in der Schweiz. Heute werden etwa 8.000 Menschen in acht Projekten in Nepal unterstützt, 80 nepalesische Angestellte helfen vor Ort.

 

Seit 2011 unterstützt Marisa Schroth den Govinda-Aktionskreis in Stuttgart und übernimmt 2013 die Leitung. Unzählige Veranstaltungen und Spendenaktionen organisiert sie gemeinsam mit dem Aktionskreis, doch der Wunsch Menschen direkt zu helfen, veranlasst sie 2014 für 5 Monate nach Nepal zu gehen um als Volontärin im Waisenhaus und der Schule der Govinda Entwicklungshilfe e.V. zu arbeiten. Durch ihr Studium der Ernährungswissenschaften und Organic Agriculture & Food Systems kann Marisa für die Kinder den Speiseplan analysieren und optimieren, was auch in ihre Forschungsarbeit „Evalutation and improvement of the nutrition in the Shangrila Orphanage Home“ einfließt. Das motivierte Team in Nepal, die nachhaltige Arbeitsweise und die Selbstreflektion zeigen der jungen Frau schnell, dass sie an der richtigen Stelle ist. Das verheerende Erdbeben 2015 erfordert schnelle und konkrete Hilfe. Hier bringt Marisa ihr organisatorisches Talent ein und ruft gemeinsam mit den Aktiven von Govinda eine beispielhafte Spendenaktion ins Leben und stellt sicher, dass die Spenden am richtigen Ort ankommen.

 

Nach ihrer Rückkehr aus Nepal gründet Marisa Schroth nun bei Govinda den Fachbereich Nachhaltigkeit, um die nepalesischen Teams in den wichtigen Themenbereichen Landwirtschaft, Ernährung und Abfall zu unterstützen und zu beraten. Seit Jahren zeigt Govinda und alle  seine ehrenamtlich tätigen Helfer auf, dass jede und jeder etwas tun kann!

www.waisenkind.de

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José Otaola (28)

Hauptpreis

José Otaola (28), Madrid, Spanien, leitet seit 2012 den gemeinnützigen Verein Bokatas in Madrid, der seit 2004 besteht. Damals beschloss eine Gruppe von sechs Studenten und Jugendlichen in der Gemeinde San Jorge in Madrid sich um Obdachlose zu kümmern und ihnen Sandwiches (bocatas) zu verteilen. Seitdem betreuen Studenten in 7 verschiedenen Projektgruppen obdachlose Menschen, bringen sie zum Arzt oder begleiten sie bei Behördengängen. Sie bieten Freizeitprogramme an, wie Bergwandern und Fußball spielen, bewirten sie, hören mit ihnen Musik, gehen gemeinsam ins Kino und helfen ihnen bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Am wichtigsten aber ist das freundschaftliche Gespräch, das Zuhören und die Aufmerksamkeit, etwas das Obdachlose nicht gewöhnt sind und nicht erwarten.

 

Bokatas gibt den Menschen, die abseits von der Gesellschaft stehen eine „Stimme“ und schlägt Brücken zwischen den Obdachlosen und den sozialen Einrichtungen der Stadt Madrid, mit welchen sie eng zusammen arbeiten. Mittlerweile arbeitet Bokatas mit einem Netzwerk von Berufsverbänden in ganz Spanien zusammen und 2012 wurde Bokatas Navarra gegründet. Der Verein zählt spanienweit gut 200 Freiwillige.

 

José Otaola ist seit 2005 bei Bokatas aktiv. Der junge, erfolgreiche Anwalt wird in dem Antrag als nie aufgebender, gut zuhörender, jeden einzelnen Fall kennender, die Mitstreiter motivierender, kämpferischer und humorvoller Mensch geschildert, der seine guten Kontakte zu Medien und Behörden für seine Schützlinge nutzt. Sein Ziel ist es, die soziale Ausgrenzung der Obdachlosen zu beenden. Für ihn und alle Helfer bedeutet der Umgang mit den Bedürftigen, wie sie sagen, auch eine Quelle des Glücks, die ihnen eine völlig neue, soziale Einstellung zum Leben schenkt.

www.bokatas.org

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SensAbility e.V

Hauptpreis

Das Team von SensAbility e.V. 2015 mit seinem Vorsitzenden Sebastian Block, Vallendar bei Koblenz, wird für die Vorbereitung und Ausrichtung des SensAbility Sozialunternehmer-Konferenz 2015 an der WHU Otto Beisheim School of Management in Vallendar ausgezeichnet. SensAbility e.V., gegründet von Studenten der WHU, der international renommierten Business School mit Standorten in Vallendar bei Koblenz und Düsseldorf, organisiert seit einigen Jahren die mittlerweile größte deutsche Sozialunternehmer-Konferenz (Social Enterprise Conference).

 

Den etwa 300 Teilnehmern werden konkrete Möglichkeiten aufgezeigt, soziale und ökologische Missstände unternehmerisch anzugehen und das Berufsleben im Zeichen gesellschaftlicher Verantwortung zu gestalten. Die Konferenz richtet sich an Studenten aller Fachrichtungen, Berufseinsteiger und Gründer, die sich für die Verbindung von Sozialem und Unternehmertum interessieren. Spannende Reden, Crashkurse, Workshops und ein Social-Investor-Pitch sollen die Teilnehmer inspirieren und zu eigenem Handeln motivieren.

 

Die kleine Gruppe der Aktiven stellt in jährlich wechselnder Teamzusammensetzung den 2-tägigen Kongress auf die Beine, der jungen Teilnehmern aufzeigt, wie sie Unternehmen im sozialen Bereich gründen können. Zu der Konferenz werden Unternehmer aus der ganzen Welt eingeladen, die beispielhaft und erfolgreich im sozialen und ökologischen Sektor tätig sind. Ein „Markt der Möglichkeiten“, bei dem sich verschiedene soziale Projekte vorstellen können – unter anderem auch Filippas Engel – bietet vielfältige Anregungen.

 

Das Team jedes Jahrgangs, dessen Aktive meist schon im Vorjahr als Helfer tätig waren, übernimmt die volle Verantwortung. Die Studierenden organisieren die gesamte Veranstaltung, suchen Sponsoren, stellen sich der Frage der programmatischen Gestaltung, finden die passenden Redner, laden potentielle Teilnehmer ein, sorgen für Verpflegung und Unterkunft und kümmern sich um sämtliche Belange des Kongresses. Die Aktiven von SensAbility stellen mit der Veranstaltung, die in Organisation und Ablauf sehr professionell ist, begeisternd unter Beweis, dass sie als junge „Elite“ nicht fernab von der Realität leben, sondern der Welt und der Gesellschaft etwas zurückgeben möchten. Sie gehören zu den Menschen, die das Miteinander unserer Welt in der nahen Zukunft positiv beeinflussen werden.

www.sensability.de

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Verena Walther (23)

Ehren- und Förderpreis

Verena Walther (23), München, gründet Anfang 2013 gemeinsam mit drei weiteren Studenten den gemeinnützigen Verein AIAS e.V., dessen Ziel es ist, junge Studierende über Blutkrebs aufzuklären und eine Registrierung zum potenziellen Stammzellenspender „zwischen zwei Vorlesungen“ zu ermöglichen.

 

Bereits im ersten Jahr lassen sich bei Registrierungsaktionen in München über 3.500 Studenten dafür finden, die damit zu potenziellen Lebensrettern werden. Die unglaublich positive Resonanz auf diese Aktionen und die damit verbundene statistisch bemerkenswerte Zahl von 12 tatsächlich zum Einsatz gekommenen Spendern zeigt, dass gerade junge Menschen im Kampf gegen Blutkrebs einen wichtigen Beitrag leisten können, denn sie bleiben noch Jahrzehnte lang in der internationalen Spenderdatei.

 

Durch die Fluktuation an den Hochschulen ist es möglich jährlich neue Stammzellenspender zu werben. Verena Walther mit AIAS München e.V. hat im Mai 2015 weitere Hochschulen in Berlin, Hamburg, Regensburg, Stuttgart, Jena, Leipzig, Dresden, Frankfurt und Köln zur Teilnahme eingeladen. Die Antworten waren erfreulich positiv. Seit 2009 unterstützt Verena zudem den Verein Children for a better world ehrenamtlich als JUGEND HILFT! – Mentorin und Kampagnenbotschafterin des bundesweiten Wettbewerbs- und Förderprogramms für sozial engagierte Jugendliche.

www.aias-germany.de

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Cross Borders

Ehren- und Förderpreis

Sofia Valente (28), Natalie Eimertenbrink (28) und Katharina Schepelmann (24), Germersheim, vertreten Cross Borders, eine Initiative von Studenten der Gutenberg-Universität Mainz, Standort Germersheim.

 

Das gemeinnützige Projekt möchte Flüchtlingen und Asylsuchenden einen Zugang zur Gesellschaft eröffnen. Ca. 300 Flüchtlinge aus Eritrea, Somalia, Pakistan oder Syrien im Raum Germersheim ohne Anspruch auf staatlich geförderte Deutschkurse bringen die Studenten auf den Plan, die vorherrschende Situation zu verbessern. Mit 35 Studierenden können sie Anfang 2014 das Projekt starten. Mittlerweile sind es wesentlich mehr Helfer geworden.

 

Lehrgänge zur Fremdsprachendidaktik werden angeboten, wobei es um natürliches Lernen ohne Schriftsprache geht, wie bei einem Kind, das die Sprache zunächst durch Wiederholen und Bilder aufnimmt. Da es bei den Flüchtlingen aus verschiedensten Ländern keine Trägersprache gibt, in welcher der Unterricht abgehalten werden kann, ist dies die beste Möglichkeit die deutsche Sprache zu vermitteln. Hier ist Feingefühl und Kreativität gefragt.

 

In dem von den Studenten organisierten „Café One World“ können sich die Studierenden und Asylbewerber dabei auf Augenhöhe begegnen, alle helfen mit, jeder nach seinen Fähigkeiten. Die Studierenden sind im steten Kontakt mit anderen Akteuren der Flüchtlingsarbeit und lokalen Organisationen. Es geht den jungen Menschen darum, dass niemand in der Gesellschaft isoliert leben muss und sich diese von einem „wir und sie“ entfernt und ein Miteinander aller schafft.

www.crossborders-ger.blogspot.de

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Peter Wilhelm (28)

Ehren- und Förderpreis

Peter Wilhelm (28), Offenburg, vertritt Be Japy e.V.. Gemeinsam mit den Studenten Andreas Zimmermann, Julian Wagner, Lukas Schömig und Yannik Grewe beschäftigte ihn die Frage „Wie sozial sind die sozialen Netzwerke, wird die Chance genutzt, soziale Ideen, Inhalte und Projekte per Mausklick ans andere Ende der Welt zu transportieren?“.

 

Die Studenten kamen zu der Erkenntnis, dass wirklich soziale Themen in den sozialen Netzwerken kaum behandelt werden. Hier möchten sie neue Wege gehen, kreative Denkanstöße geben, die motivieren, inspirieren und aktivieren.

 

Ein Projekt von „Be Japy“ ist der Bereich JAPY STREET mit dem Videoprojekt „Musik für Obdachlose“, das in mehreren deutschen Städten durchgeführt wird. Jeder Obdachlose, für den musiziert wird, erhält nicht nur ein spezielles „Care-Paket“, für den Verein steht viel mehr der nachhaltige Austausch mit den Hilfsbedürftigen im Vordergrund.

 

Das zweite Projekt „Stricken für Obdachlose“ wird gemeinsam mit einem Pflegeheim und strickbegeisterten Freunden und Bekannten in Offenburg und Freiburg durchgeführt. Die dabei entstandenen Mützen und Schals werden kreativ verpackt und an Obdachlose in ganz Deutschland geschickt. Der Bereich JAPY INSPIRATION beinhaltet Aktionen wie den JAPYDAY oder den JAPYMOMENT – Kampagnen, mit denen die Studenten die Netzwerk-Community aktivieren wollen, gemeinsam die Welt ein Stück besser zu machen. JAPY INSPIRATION bezeichnen sie als ihr Wohnzimmer, in das sie alle einladen, die sich an ihren Aktionen beteiligen wollen.

www.be-japy.com

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Laura Gorriahn (28)

Ehren- und Förderpreis

Laura Gorriahn (28), Freiburg, gründete 2012 die Initiative Schlüsselmensch e.V. um Patenschaften zwischen Studierenden und Kindern aus einem städtischen Flüchtlingswohnheim in Freiburg zu vermitteln. Der Name Initiative Schlüsselmensch e.V. drückt aus, dass die ehrenamtlich engagierten Paten im Leben der Kinder eine Schlüsselposition einnehmen möchten und für sie als Ansprechpartner, Vorbild, Lehrer und Freund bei der Hausaufgabenhilfe aber auch in Sport und Spiel helfen wollen. Jeder Helfer investiert hierfür zwischen drei und sechs Stunden wöchentlich.

 

In der Zwischenzeit sind daraus tragfähige Strukturen für nachhaltiges Engagement geworden, mit mehr als 50 Tandems allein in Freiburg. Die Initiative Schlüsselmensch berät mittlerweile auch ähnliche Initiativen in ganz Deutschland und gilt als Beispiel, wie Integration gelingen kann.

 

Für die Kinder sind diese Patenschaften von unschätzbarem Wert. Sie geben ihnen ein größeres Selbstbewusstsein und lassen das Stigma „Flüchtling“ in den Hintergrund treten. Oft aus Roma-Familien vom Balkan stammend, werden sie durch die Paten an die Hand genommen und an die Gesellschaft herangeführt, von der sie ansonsten räumlich, finanziell und anderer Barrieren wegen, wie Sprache, Bildung und Vorurteile, ausgeschlossen sind. Ziel ist es die Kinder dadurch an das Leben in der Gemeinschaft heranzuführen, damit sie in Zukunft eine wirkliche Chance haben, ihr Leben zu meistern.

www.initiative-schluesselmensch.org

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Ninon Demuth (25)

Ehren- und Förderpreis

Ninon Demuth (25), Berlin, ist Gründerin und Vorsitzende des Vereins „Über den Tellerrand kochen“, der sich die Integration von Flüchtlingen in Deutschland zum Ziel gesetzt hat. Sie möchte Bewusstsein schaffen für die Individuen hinter den Begriffen Asyl und Flucht, und Begegnungen auf „Augenhöhe“ ermöglichen. Mit gemeinsamem Kochen, einem heute sehr akzeptierten Medium des kulturellen Austausches, gelingt es dem Verein Barrieren zu senken und die breite Gesellschaft in den Begegnungsprozess einzubinden. „Wir arbeiten darauf hin, dass Integration von einem Großteil der Gesellschaft aktiv mitgestaltet wird und dass Geflüchtete in ihrer Individualität und mit ihren Kompetenzen wertgeschätzt werden“, ist eine Motivation des Vereins.

 

Dazu gehört neben den beliebten Kochkursen, die jeweils von einem der Flüchtlinge geleitet werden und bei denen 10 bis 15 Teilnehmer ein Menü aus dessen Heimatland zubereiten, auch die regelmäßigen offenen Community Treffen für Flüchtlinge und Einheimische in Berlin mit über 200 Teilnehmern. Die Community besteht zu 50 % aus Deutschen und zu 50 % aus Geflüchteten. Auch sportliche Betätigung, wie z.B. Fußballspielen, wird angeboten und mit den Vereinsgeldern finanziert. Viele Freundschaften entstehen auf diesem Wege.

 

Der Verein ist Herausgeber eines Kochbuchs, das Gerichte von Geflüchteten vorstellt und gleichzeitig diese Menschen portraitiert. Damit werden Vorurteile und Ängste abgebaut und den Geflüchteten und Asylsuchenden ein Gesicht gegeben, das Gesicht eines Menschen wie du und ich.

www.ueberdentellerrand.org

Margaretengrundschule Klassenfoto 4a und

Schülerinnen, Schüler der Kl. 4a, 4b der Margaretengrundschule

Ehrenpreis

Stellvertretend für viele Grundschulklassen, die sich für bessere Lebensumstände anderer Kinder einsetzen, erhalten die Schülerinnen und Schüler der heutigen Klassen 4a und 4b der Margaretengrundschule in Heimbach-Weis / Neuwied den Preis. Sie leisten ihren Beitrag um die Welt ein wenig besser zu gestalten. Die Adventszeit des vergangenen Jahres haben sie dazu genutzt, Gelder für Kinder zu verdienen, denen es nicht so gut geht wie ihnen. Dafür gingen sie von Haus zu Haus und trugen Weihnachtsgedichte vor. Die erhaltenen Spenden stifteten sie an ein kleines Dorf in Südafrika. Mit den Geldern wird den Kindern dort ermöglicht die kostenpflichtige Schule im Nachbardorf zu besuchen. Ihre Dorfschule wurde geschlossen, weil die Stromrechnung nicht mehr bezahlt werden konnte.

 

Nachdem das Durchschnittseinkommen eines Erwachsenen im Dorf im Monat etwa €80 beträgt, ist es der Familie kaum möglich neben dem Lebensunterhalt zusätzlich noch das Schulgeld und die für die neue Schule benötigte Schuluniform der Kinder zu bezahlen. So kam die Spende der beiden Klassen gerade zum richtigen Zeitpunkt. Die Mädchen und Jungen der damaligen 3a und 3b haben viel Kraft, Kreativität und Ausdauer eingesetzt, um gleichaltrigen Kindern in Afrika Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Sie haben auch dafür Sorge getragen, dass die Mittel über eine anerkannte Organisation – das deutsch-afrikanische Jugendwerk – vor Ort ankommt und zweckgebunden eingesetzt wird. Mit ihrem Engagement geben die deutschen Kinder ein großartiges Beispiel. Sie haben verstanden, wie wichtig Solidarität ist.